Sechster Tag

Sechste Etappe

Campo Imperatore –  Isola

3 Mountainbiker mit 3 Navis und einer Karte … Das Ergebnis 50km Umweg. Eine absolute Glanzleistung.

Diese Etappe ist in 2 Teile geteilt: Die eine Gruppe schiebt Ihr Bike etwa 300 Höhenmeter hoch auf das Rif. Abruzzi auf 2388m. Die andere Gruppe, die sich die steile Schiebepassage sparen will, fährt außen um den Gebirgszug herum. Ich fahre mit Marén und einem weiteren Fahrer außen herum, da ich mir nicht vorstellen konnte mit meiner Achillissehenproblematik das Bike dort hochzuschieben.

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Dieses Tal sind wir gestern hinauf geradelt

 

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Der Corno Grande (2912m) präsentiert sich bei bestem Wetter

 

Zu Fuß bin ich jedoch direkt nach dem Frühstück hoch und ärgere mich oben angekommen dass ich mich so entschieden habe. Die Aussicht ist grandios und der Gran Sasso zeigt sich im besten Wetter. Ich klettere auf die Grate links und rechts von der Schutzhütte, um noch ein paar schöne Fotos zu machen.

In der Zwischenzeit kommen die Biker die Seitenwand hinauf geschoben und sammeln sich an der Schutzhütte.

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Die Schutzhütte ist Ausgangspunkt der Etappe 6

 

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Auf dem schmalen Grat führt der Weg hinauf

 

Wieder unten beim Hotel angekommen, starten wir unsere Ausweichroute. Wir beginnen mit einer sehr langen reinen Rollstrecke bergab durch das Hochplateau bis zu einer Kreuzung. Nun ist es so: Wir haben 3 Navigationsgeräte und eine Karte dabei. Ich habe eines mit der Streckenführung abgeschaltet um Strom zu sparen und mein eigenes hat nur die Strecke aufgezeichnet. Also haben wir uns auf unseren Navigator verlassen, der uns zuversichtlich an der Kreuzung in eine Falsche Richtung navigiert hat. Wir fahren über Serpentinenstraßen zunächst eine Menge bergauf und beschliessen im Ort „Castel del Monte“ eine Cappuchinopause einzulegen.

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Das Observatorium gegenüber vom Hotel

 

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Während der eine Teil der Gruppe sich in Schneefeldern vergnügt

 

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geht es für uns auf schnurgeraden Straßen auf der Alternativroute weiter

 

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Die wundervolle Landschaft lädt zu Fotostops ein

 

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Wir blicken in das Tal zurück

 

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Überall blühen rosa- und gelb-farbende Blumen

Da die Etappe entspannt ist, und in dem sicheren Glauben schon bald am Ziel zu sein, schauen wir uns den Ort noch etwas an. In den engen verwinkelten Gassen wurde der Film „The American“ mit George Clooney gedreht.

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Castel del Monte, hier wurde unter anderem „The American“ gedreht

 

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Castel del Monte

 

Gestärkt geht es nun weiter bergauf/bergab. Als ich bemerke, dass es toll sei den Rocca Calascio jetzt von der anderen Seite zu sehen wurden wir stutzig. Ich schalte nun mein Navi ein, gebe den Zielort ein und es zeigt noch 48 Km an. Nachdem wir bereits 55km und 1300 hm gefahren sind.

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Nanu? Der Rocca Calascio von der anderen Seite

 

Wir sind im Endeffekt um 25 Km falsch gefahren und durften bei satter Mittagssonne alle Höhenmeter zurück strampeln, die wir zuvor lässig runter gefahren sind. Begeisterung sieht anders aus.

Aus unserer vermeintlich leichten Etappe wurde dann doch etwas forderndes. Sätze wie „das zieht sich“ mochte ich an diesem Tag nicht mehr hören. Wir hätten an der Kreuzung doch links abbiegen sollen, obwohl ein Schild Fahrräder und Motorräder verboten hatte. (Das hat uns auch dazu verleitet die „rote Linie“ auf dem Navi falsch zu interpretieren.) Ich muss zur Verteidigung des Navigators sagen, dass er zum ersten Mal eines benutzt hat und es außerdem ohne Karte navigiert.

Wir strampeln nun eine Rampe auf einen Berg in einen Buchenwald hinein, der uns auf der Rückseite eine schöne Serpentinen Abfahrt beschert. Im Schatten des dichten Waldes der durch unsere Straße zerschnitten wird fährt es sich kühl und angenehm endlos bergab. In dem Wald gibt es immer wieder Schneisen der Verwüstung in denen die Bäume wie Streichhölzer umgenickt sind. Vielleicht ist das der Grund warum die Straße gesperrt ist?

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Ein Kräfte zehrender Aufstieg mit lohnenswertem Blick ins Vado di Sole

 

Einen letzten Halt machen wir in dem Ort Castelli aus dem traditionell wunderbare Keramik stammt. Mit einem Eis und Cappuccino holen wir uns ein paar Kalorien wieder rein.

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Eine kleine und dringend nötige Pause

 

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Castelli

 

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Skulpturen aus Keramik auf dem Dorfplatz

 

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Liebevoll gestalteter Tisch in einer Espresso-Bar

 

Insgesamt hat uns der Tag knapp 2000 Höhenmeter und 98 km eingebracht, und wir kommen geschafft in unserem Hotel an. Unsere Zimmer sind wieder sehr schön, und wir haben diesmal den Luxus von 2 Badezimmern.

zur siebten und finalen Etappe