Zweiter Tag

Zweite Etappe

Visso – Castelluccio Norcia

Ein grüner Hügel hinter einem grünen Hügel, hinter einem grünen Hügel …


Wir starten unsere Etappe im Zentrum von Visso und haben direkt eine Schotterpiste zu bewältigen von ca. 900 Höhenmetern am Stück. Das Wetter zeigt sich zunächst von seiner besten Seite und wir erreichen einen Abzweig der in Richtung satt-grüner Hügellandschaft führt. Gelegenheit unsere Wasservorräte aufzufüllen bekommen wir an einem Brunnen aus dem herrlich frisches Quellwasser kommt. Die Sonne scheint wieder sehr warm, und wir fahren in der schönen menschenleeren Landschaft. Der Wind und ein paar Vögel im Chor mit dem Zirpen der Grillen sind unsere Wegbegleiter.

Die vermeintlich sanfte Hügellandschaft entpuppt sich allerdings schnell als anstrengende Teilschiebestrecke.

Hinter jedem erklommenen Hügel frohlockt eine weiterer Hügel, der nach einer kurzen Abfahrt wieder eine respektable Schiebestrecke bereit stellt, die es zu meistern gilt. Die Wiese und die locker eingestreuten Steine fordern ihren Tribut: Ein Teil meines Schuhprofils hat sich verabschiedet.

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Über ein paar Hügel werden wir heute fahren

 

Mir war bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht klar, was für Muskeln alles im Unterschenkel existieren, die sich durch das Schieben langsam aber sicher bemerkbar machen. Ein Problem sind vor allem meine Bike Schuhe: Die Achillessehne wird mit jedem Schritt gequetscht durch die Aussparung in der Hacke. Da muss ich bei vor der nächsten Tour anderes Schuhwerk organisieren.

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bzw. schieben …

 

Dutzende Fliegen, wohl angelockt durch meine Ausdünstungen, sind nun treue Begleiter bei jedem geschobenen Anstieg. Ich bin aber froh, dass hier keine einzige Mücke beheimatet ist.

Die atemberaubende Landschaft mit Ihren sanften Hügeln und den Blick Richtung schneebedeckte Berge bieten dem Auge den Ausgleich für diese Anstrengungen. Hier oben weht trotz Sonnenschein ein kühler Wind, der die Schiebepassagen angenehm werden lässt.

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Hier oben sind wir alleine unterwegs

 

Wir machen einen Picknick-Stop auf einem der Hügel und genießen die wunderbare Aussicht. Außer uns ist kein Mensch hier oben weit und breit zu sehen. Nach dem Essen entferne ich mich ein paar Meter von der Gruppe und lasse die herrliche Aussicht und die Ruhe in der Natur auf mich wirken.

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Frisch belegte Paninis zum Picknick sind eine sehr willkommene Stärkung

 

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Nun fahren wir hoch zum Aussichtspunkt mit einem wunderbaren Fernblick auf das Piano Grande. Diese ebene Fläche, die einst ein See war, sieht aus als hätte sie jemand mit dem Lineal gezogen. Wir umfahren nun diese Ebene hoch oben auf den Hügelflanken und haben immer eine traumhafte Aussicht. An einigen Trailabschnitten gehen die Flanken der Hügel steil hinab ins Tal, so dass wir maximalen Trailspaß verbunden mit einer atemberaubenden Aussicht genießen können.

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Der Monte Vettore erhebt sich majestätisch vor unseren Augen

 

Als wir die Hügelkette umrundet haben fahren wir am Fuße des Monte Vettore der sich in seiner vollen Pracht vor uns erhebt.

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Ein endloser Singeltrail mit einer grandiosen Aussicht in die Täler

 

Unser Tagesziel liegt auf einem letzten Hügel in diesem Ursee. Leider beginnt es beim Aufstiegt stark an zu regnen, so dass wir durchnässt in Castellucio ankommen.

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Castelluccio liegt in greifbarer Nähe

 

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Der Monte Vettore sieht nun plötzlich riesig aus.

 

Da in Italien gerade Feiertage sind, ist unser Hotel überbucht und wir müssen in einen anderen Ort Norcia ausweichen. Das bedeutet: Ein paar extra Höhenmeter bis zum Pass und danach eine rasante Abfahrt auf Asphalt bis Norcia. Zu dieser Zeit ist kaum ein Auto unterwegs so dass wir die Räder mal richtig laufen lassen können. 68km/h ist mein bisheriger Rekord.

Das Wetter auf dieser Seite des Passes ist wieder richtig gut und wir fahren durch Norcia durch in unser Hotel. Großzügige Zimmer und ein modernes Interieur begrüßen uns.

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In Norcia wärmt uns die Abendsonne

 

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Man erkennt leicht in welchen Zimmern die Biker untergekommen sind

 

Abends treffen wir uns in Norcia zum gemeinsamen Abendessen in einem schicken Restaurant. Ich entscheide mich für ein Menü welches kulinarisch ein echtes Highlight ist. Satt und zufrieden geht es wieder rechtzeitig in die Nachtruhe.

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