Erste Etappe

Santa Maria de Pieca – Visso

Langsames Einrollen in die Tour mit der Ersten Herausforderung von 800 Höhenmetern am Stück im heranziehenden Gewitter.


Nach einem typisch italienischen Frühstück, süß und reichlich, kann es dann auch schon losgehen. Wir werden von einem Bus abgeholt und knapp 2 Stunden zu unserem Startpunkt zum Nationalpark Monti Sibillini gefahren.

Während der Busfahrt habe ich die Chance genutzt noch etwas zu dösen. An einem Parkplatz in Santa Maria de Pieca machen wir halt, und dann geht alles recht schnell. Die Bikes werden zusammengebaut, letzte technischen Einstellungen wie z. B. der Luftdruck werden vorgenommen, und wir starten unsere Abruzzen Tour 2015 bei bestem Sonnenschein und 30 Grad.

Ausladen und Montieren der Räder

Ausladen und Montieren der Räder

 

Nach einer kurzen Einrollzeit, hinaus aus dem Ort, beginnen auch die ersten kleineren Anstiege auf Asphalt. Wir erreichen schnell den Lago Fiastra, einen Stausee an dem wir an seiner Staumauer kurz halt machen. Das Blau-Türkise Wasser lädt bei den Temperaturen zum Baden ein. Wir ziehen es aber vor auf kleinen Wegen dem See am Ufer zu folgen, bis wir zu einer kleinen Bar gelangen in der wir unseren ersten Cappuccino genießen, und Panini für unser geplantes Picknick frisch belegen lassen.

Wir erreichen den Lago Fiastra

Wir erreichen den Lago Fiastra

 

Der erste anstrengende Teil beginnt: Auf Schotterpisten mit ausgewaschenen Fahrrinnen durchsetzt mit Geröll und feinem Kiesel geht es nun 800 Höhenmeter nur bergauf. Der Ort Fiastra und der Lago Fiastra werden beim Blick den Hang hinunter mit jeder Serpentine immer kleiner, als wir diesen ersten Berg (Monte Banditella) erklimmen.

Plötzlich zieht ein Gewitter zieht auf, und kommt schnell näher.

In der Zwischenzeit ziehen um uns herum schwere und graue Gewitterwolken zusammen, und es fängt an zu blitzen und donnern. Ihr könnt euch sicher gut vorstellen, dass es unter diesen Bedingungen ein mulmiges Gefühl ist auf einem Berg zu fahren. Wir kurbeln nun motiviert durch das näher kommende Gewitter schneller, in der Hoffnung die Schutzhütte auf dem Gipfel noch vor dem Regen zu erreichen.

Ein Gewitter zieht auf und kommt schnell näher

Das Gewitter hat uns fast erreicht

 

Leider holt uns der Regen ein und wir ziehen hektisch unsere Regenkleidung an. Die nächste halbe Stunde bis zum Gipfel sind wir „hoch geschwommen“. Im Regen mischte sich etwas Hagel und die ausgewaschenen Fahrspuren verwandelte sich in kleine Bäche die das Fahren noch interessanter gestalten. Die Temperaturen nehmen rapide ab während des Regens und das freundliche zirpen der Grillen weicht dem harten prasseln der Hagelkörner.

Wir erreichen frierend den Gipfel und nehmen in der Schutzhütte unsere Paninis zu uns. Nach dieser kurzen Pause geht es bei bedecktem Wetter noch ein bisschen bergauf, bevor wir die erste lange Abfahrt genießen können.

In der Schutzhütte stärken wir uns mit Paninis und warten den Regen ab

In der Schutzhütte stärken wir uns mit Paninis und warten den Regen ab

 

Die erste rasante Abfahrt

Die erste rasante Abfahrt der Tour beginnt wieder im Trockenen

 

Das Landschaftsbild ändert sich ein wenig und die grünen Hügel werden felsiger und schroffer. Wir arbeiten uns einen weiteren Anstieg hoch und machen vor einem Waldstück Pause. Das Wetter hat sich erfreulicherweise stabilisiert und ist wieder warm genug, um die lästigen Regenklamotten  auszuziehen.

Der zweite Aufstieg des Tages mit einer anschließenden spektakulären Abfahrt

Der zweite Aufstieg des Tages mit einer anschließenden spektakulären Abfahrt

 

Nach ein paar Kilometern rauschen wir durch den kleinen Ort Casali hinter dem es dann weiter bergab geht.

Das Fahren auf diesen Schotterpisten mit ihren ausgewaschenen Rinnen ist sehr anspruchsvoll, macht mir aber einen großen Spaß, und ist der Lohn für den langen Anstieg.

Einem unserer Teilnehmer ist die ausgewaschene Piste leider zum Verhängnis geworden und er ist gestürzt. Zu diesem Zeitpunkt ahnt keiner, dass er die Tour abbrechen werden wird. Fazit: Ein gebrochener Arm und 2 gebrochene Rippen. Dennoch fährt er diese Etappe zu Ende und lässt sich nicht viel anmerken.

Wir kommen schließlich in Visso an. Hier sind wir in einem einfachen Hotel in Fußweite zum zentralen Kirchplatz untergebracht. Wir springen schnell unter die Dusche und nutzen die Zeit, die uns bis zum Abendessen bleibt,  um zu Fuß den Ort etwas zu erkunden. Wir kaufen ein wenig frischen Schinken für Paninis für die morgige Mittagspause. Das Hotel wird von einer Familie betrieben, die ihre Gastfreundschaft vor allem durch das üppige Abendessen präsentiert.

Natürlich war der Sturz des Mitfahrers das Thema des Abends und er präsentierte uns den soliden blauen Fleck am Oberarm.

Schon jetzt ist klar, dass unsere Bike-Gruppe sehr unterhaltsam sein wird. Wir lachen viel und haben die Möglichkeit uns noch etwas näher kennenzulernen.

Nach dem Essen beginnen die nun täglich gleichen Rituale dieser Tour: Trinksäcke reinigen, Kleidung waschen und zum Trocknen aufhängen, und dann früh schlafen gehen (meist so 22:30 Uhr), um fit für den nächsten Tag zu sein.

 

zweite Etappe