Durch Italiens wilde Mitte
in 7 Tagen.

Ein Reisebericht.

Die Abruzzen

Die Abruzzen (italienisch Singular Abruzzo) sind eine Region Italiens mit 1.333.939 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie grenzen im Norden an die Region Marken, im Westen an die Region Latium, im Süden an die Region Molise und im Osten an die Adria.

Obwohl sie geographisch eher zu Mittelitalien gehören, werden sie offiziell zu den Regionen Süditaliens gezählt.Dies ist ein Überbleibsel der Geschichte der Abruzzen, die vom Frühmittelalter bis hin zum 19. Jahrhundert dem Königreich Sizilien (später „Königreich beider Sizilien“) angehörten und wirtschaftlichen und kulturellen Austausch mit den Regionen Süditaliens pflegten.

Abruzzen_Lage

Nationalpark Gran Sasso

Der Nationalpark Gran Sasso (150.000 Hektar) besteht aus zwei Bergketten, dem schroffen Gran-Sasso-Massiv und den sanfteren Monti della Laga. Der Gran Sasso, der „Große Fels Italiens“, besteht aus einer wilden Landschaft, geprägt von gezackten Gipfeln, Kämmen und senkrecht abfallenden Wänden.

Zum Massiv gehört das Corno Grande, mit 2912 m höchster Gipfel des Apennin. Während die vielen Spitzen der östlichen Seite und die spektakulären, steil aufsteigenden Kalksteinwände dem Massiv einen hochalpinen Aspekt verleihen, erinnert die westliche Seite mit dem Hochplateau Campo Imperatore (ca. 1600 m Höhe) mehr an Landschaften der inneren Mongolei.

Daher kommt der Ausdruck „kleines Tibet“. Das Campo Imperatore ist knapp 30 km lang und etwa acht Kilometer breit. Den alpinen Charakter des Gran-Sasso-Massivs unterstreicht auch die Tatsache, dass am Corno Grande der südlichste Gletscher Europas (Calderone) zu finden ist. Weiter im Norden beeindrucken der See Campotosto und das „Tal der hundert Wasserfälle“.

(Quelle: Wikipedia)


 

Trans-Abruzzen mit dem Mountainbike

Unsere Erste Mountainbike-Tour sind wir im August 2014 gefahren. Es war einen Einstiegs-Transalp, Alpencross von Ehrwald bis Riva, die wir gut bewältigen konnten. Also entschlossen wir uns es nun etwas herausfordernder zu gestalten und buchten bei Bikealpin die Abruzzen-Tour. Während die Transalp in den Rubriken Kondition und Fahrtechnik je 2/4 Sterne hat, hat die Abruzzen-Tour 4 von 6.

In Zahlen ausgedrückt lag die Alpen Tour bei etwa 800-1300hm pro Tag, die Abruzzen-Tour bei 1300-2000hm.

 

Etappen_Übersicht


 

Warum mit dem Mountainbike?

Der Arbeitsalltag am Computer fängt an mich zu degenerieren, ich nehme zu und fühle mich unfit, also habe ich eine Sportart gesucht, die mir Spaß macht. Ich habe es mit Joggen probiert, aber da wird mir nach etwa einer Stunde laufen immer langweilig, also bin ich als ehemaliger Münsteraner (Münster ist die Fahrradstadt schlechthin) auf die Idee gekommen mir ein Mountainbike zu kaufen. Radfahren ist aus meiner Sicht die optimale Sportart, da sie Gelenk schonend ist, und durch den Arbeitsweg zwangsläufig regelmäßig betrieben wird.

Mit dem Bike so eine Tour zu fahren hat aus meiner Sicht mehrere Vorteile: Zum einen treibe ich Sport (und muss es vorher auch, um fit für so eine Tour zu sein), zum anderen bekomme ich so die wunderbaren landschaftlichen Eindrücke viel direkter mit, sehe gleichzeitig auch mehr, als wenn ich z.B. wandern würde. Darüber hinaus machen mir das Fahren auf Singletrails mit mittelschweren Passagen viel Spaß.


 

Unser Training zur Vorbereitung

Wir sind beide nicht mit dem Anspruch an diese Tour gegangen ein Rennen fahren zu wollen, oder unsere persönliche Grenze zu suchen. Dennoch ist die Abruzzen-Tour für uns streckenweise sehr anstrengend, was wohl am fehlenden „Bergtraining“ liegen mag.

Insgesamt ist unser Training ist recht moderat ausgefallen. Ich fahre jeden Tag zur Arbeit (25km/Tag), während Marén  zwei bis drei mal pro Woche je eine Stunde joggen geht. An den Wochenenden sind wir längere Strecken mit dem Mountainbike gefahren, etwa 60 bis 80 km mit ein paar Höhenmetern (500-1000). Das Training haben wir etwa ein halbes Jahr vor der Tour intensiviert. Damit haben wir eine solide Grundlagenkondition, die für diese Tour ausreicht.

Die Grundlagenkondition lässt sich einfach beschreiben: Fühlt ihr euch am nächsten Tag schlapp, habt ihr zu wenig Grundlage, fühlt ich euch ausgeruht, reicht es und die Tour wird nicht zur Qual.

Der einzige Berg in unserer Nähe ist der Teufelsberg in Berlin. Er hört sich zwar unheimlich an, bietet aber nur spärliche 60 Höhenmeter vom Fuß bis zu seinem „Gipfel“. So haben wir das ein oder andere Wochenende damit verbracht den Berg 10-20 mal hoch zu fahren, um auf der gegenüberliegenden Rodelstrecke wieder runter zu donnern.

Die skeptischen Blicke der Besucher der ehemaligen Abhöranlage sprachen Bände. „Die haben einen an der Klatsche“ dachten die sich bestimmt, während wir stoisch den Berg immer wieder hinauf radelten.

Kurz: Unser Training war ausreichend, aber für mehr Komfort, und um nicht fast immer als letzte auf den Bergen anzukommen, hätten wir noch ein bisschen mehr machen können. Es ist doch ein enormer Unterschied am Stück 800 Höhenmeter zu fahren, oder nach je 60 Höhenmetern 3 Minuten Entspannung zu haben. In Zahlen ausgedrückt sind es nur 1-2 km/h mehr, die die anderen schneller bergauf fahren konnten, aber nach ein paar Serpentinen sind sie dann aus der Sichtweite.

Pulstraining oder andere „Last-Minute“ Methoden haben wir nicht verfolgt. Hier gibt es eine Tabelle, wie man in kurzer Zeit für den Alpen-Cross fit werden soll.


 

Lieber eine geführte Tour oder auf eigene Faust?

Beides hat seine Vor-und Nachteile: Wenn Ihr auf eigene Faust fahren wollt, setzt das ein wenig Erfahrung voraus. Ihr solltet solche Touren bereits gefahren sein, und auch kein Problem mit Logistik und ggf. Hotelbuchungen haben. Sicheres Navigieren mit Karten und Navi sind auch eine Voraussetzung.

Wir haben uns jetzt zum zweiten Mal für eine geführte Tour entscheiden. Das hat für uns mehrere Gründe: Wir müssen uns bei der Route um nichts kümmern, die Guides von Bikealpin haben diese Route ausgetüftelt und optimiert. Es kommen jeden Tag in etwa gleiche Belastungen auf uns zu, und die Wahl der Hotels hat uns auch gefallen. Das Gepäck mit der „Abendgarderobe“ wird komfortabel von Hotel zu Hotel gefahren, so dass unser Tagesrucksack leichter ist.

In einer Gruppe zu fahren ist zudem für uns motivierend. Mal fahren wir vorne bei den schnellen mit und können uns dann zum verschnaufen nach hinten fallen lassen, um bei einem Gespräch den Berg in Ruhe hoch zu kurbeln. Bei einer Panne sind sofort mehrere helfende Hände zur Stelle die fachgerecht das Bike wieder fahrtüchtig machen.

Wir können uns also voll auf die landschaftlichen Eindrücke konzentrieren und haben keinerlei Stress mit Logistik etc.